Von Männern und Pferden...

Heute möchte ich mal einen kleinen Schwank aus meiner jahrzehntelangen Reiterlaufbahn berichten. Und warum es so viele Männer hassen, mit ihrer Chefin in den Reitstall zu fahren. 

Ab und zu, meist zu feierlichen Anlässen wie der Geburtstag der Pferdemami oder dem Ehrentag vom Pferdinand,  ist der Schatz eingeladen (verpflichtet), den goldenen Esel (der Grund, warum sich teure Urlaube nicht mehr finanzieren lassen) zu besuchen. 

Gleich beim Eingang der Koppel wird ihm wieder bewusst, warum er sich jahrelang gegen den Besuch im Reitstall, so gewehrt hat.
Frauchen bemängelt kritisch, dass der holde Gatte nicht auf Anhieb das teure Familienmitglied auf einer Koppel mit sieben weiteren Braunen erkennt. Verschnupft werden dann eindeutige Signale gesendet mit den Worten:" Es hängen zwanzig Fotos vom Bumsti in unserer Wohnung und du weißt immer noch nicht wie er aussieht."
Der Mann, der sich mit der Information "braunes Pferd " auf der sicheren Seite gefühlt hat, ist peinlich berührt. Wenn dann nicht gleich in devoter Haltung eine Entschuldigung folgt, ist der Tag (die Woche/das Monat) schon gelaufen. 

Nun geht es daran, den Bumsti von der eingetrockneten Schlammpackung zu befreien. Jetzt hat der Mann die Chance,  seinen schweren Fehler auf der Koppel wieder gut zu machen. Macht er aber nicht. Warum? Weil Männer oft sehr einfach denken. Für ihn ist der Fauxpas von vor einigen Minuten längst vergessen. Für die zutiefst gekränkte Pferdemami noch lange nicht. 

Was heißt da bitteschön, er will den Bumsti nicht striegeln und massieren??? Das gehört aber zum Reiten dazu! Er will gar nicht reiten? Achso. Naja egal, seine Göttergattin will aber. Da hat er gefälligst zu helfen und wenn sie sich vom Pferd durch die Reitbahn tragen lässt hat er sie anzuhimmeln. 

Also nimmt der eingeschüchterte Mann eine Bürste in die Hand und streichelt lieblos am Pferdekörper herum. Bedacht darauf, dass das teure Designer-Shirt nicht staubig wird.

Das bleibt nicht unbemerkt. Mit einer sirenengleichen Stimme quietscht die Dame ohrenbetäubend, sodass sogar der fette Braune aus dem Halbschlaf gerissen wird: "Das ist doch eine Mähnenbürste!! Mit der darf man nicht den Gatsch runterrubbeln!" 
Auf die Frage warum das so ist, fällt ihr allerdings auch nichts bessere ein als: "Darum eben." Somit ist die Sache geklärt, und der Mann bürstet damit die Mähne. Doch wie es bei Männern so ist, macht er das auch nicht richtig: "Nicht die Mähne, die wird nicht gebürstet, da reißt du doch alle Haare aus!!" Wie jetzt? Der Herr im Haus (heute eher Gartenhaus) schaut verwirrt. Die Bürste ist also für die Mähne, die man aber nicht bürsten darf, weil sonst Kahlschlag droht. Also sucht er sich eine Ersatzbeschäftigung: unauffällig in die Luft schauen. 

Dieses Bild ist wohl jedem bekannt, der schon mal einen Reitstall besucht hat: die Frau betüddelt laut plappernd das Pferd, der Mann steht gelangweilt daneben. 

Wenn es dann aber ans Reiten geht (sie reitet, er nicht - denn sonst ist das mühevolle Training der letzten Monate für die Katz wenn der plumpe unbewegliche Mann sich vom edlen Roß herumtragen lässt) hat auch er eine wichtige Aufgabe: Pferdeäpfel einsammeln. Und das ist für jemanden, bei dem Kacke gleich Kacke ist, eine ekelige, wie auch Stunden füllende Aufgabe. Die Pferdeäpfel wurden nämlich vom artigen Pferd, das gelernt hat, im Gehen zu misten, über die ganzen vierzig Meter der Reitbahn verteilt. Außerdem sind sie durch die Geschwindigkeit in ihre Einzelteile zerbröselt, was das Einsammeln zu einer äußerst mühseligen Aufgabe macht. 
Zum Glück ist morgen Montag und er darf wieder arbeiten gehen. 

Tja meine Damen, wer hat sich bei dieser Geschichte ertappt gefühlt? Solltet ihr auch einen Mann daheim haben, der am Reitstallbesuch genauso viel Interesse hat wie an einer Darmspiegelung, dann wäre es von Vorteil, ihm diesen Ausflug schmackhaft zu machen, und ihn nicht vor Augen zu halten, wie ahnungslos und unfähig er ist. 

Liebe Grüße eure Kathrin,  die es vor Jahren schon verkackt hat 


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